Neunköpfige Band sorgt für gute Stimmung

KREISZEITUNG Böblinger Bote

Erschienen am Dienstag, 26. Februar 2013

Anlass: Konzertbericht Dr. Mablues & The Detail Horns

Dr. Mablues & the Detail Horns im Pavillon in Sindelfingen: Volles Haus beim Auftakt des Frühjahrsprogramms der IG Kultur
Einen Spitzenstart ins Frühjahrsprogramm hat die IG Kultur im Sindelfinger Pavillon hingelegt. Beim Konzert von Dr. Mablues & the Detail Horns war die Konzertstätte am Calwer Bogen rappelvoll – weit mehr als 200 Gäste ließen sich von der bestens aufgelegten Band gut unterhalten.
Von Carolina Torres
SINDELFINGEN. Die Stimmung könnte kaum lockerer sein. Jacken und Mäntel werden einfach in offene Stauräume verfrachtet, ein Sekt oder ein Bier von der Bar mitgenommen, und ab geht?s Richtung Bühne. Auf wenigen Sitzplätzen und der großen Stehfläche verteilen sich am Samstag im Pavillon die rund 230 Gäste von Jung bis Alt. An den Wänden tanzen kreisrunde Lichteffekte, die noch leere Bühne ist in blaues Licht getaucht. Dahinter kündigt ein gelbes Banner die Truppe an, welche die IG Kultur für den Auftakt zu ihrer Frühjahrsstaffel ins Haus geholt hat: Dr. Mablues & the Detail Horns.
„Mablues ist eine sichere Sache“, sagt Jörg Hamm, der stellvertretende Vorsitzende der IG Kultur, „wir wissen, dass sie das Publikum super ansprechen.“ Die Kulturmacher haben Erfahrung mit der Gruppe, bereits 1989 war die Band das erste Mal im Pavillon zu Gast – „und sie spielen immer noch in der Originalbesetzung – das ist sehr beachtlich.“ Die IG Kultur gibt es bereits seit 1980, seit 1987 macht der engagierte Verein ein ambitioniertes Programm im Pavillon in Sindelfingen – aufgeteilt in eine Frühjahrs- und eine Herbststaffel, mit denen man auf insgesamt rund 30 Veranstaltungen im Jahr kommt.
Wie jede Band, die etwas auf sich hält, erscheint Dr. Mablues mit etwas Verspätung. In roten Rüschenhemden, Kuhflecken- oder Leopardenmusterhosen, weißem Knitterhemd, bunter Weste, dazu Krokodilschuhe oder auch schlichten Nikes tritt die neunköpfige Band endlich auf die Bühne. Die Verspätung entschuldigen sie damit, dass das Essen zu spät geliefert wurde. Was es gab? Pfertiggerichte und Gaultaschensuppe.
Nach einigen Späßchen zum aktuellen Pferdefleischskandal legt die Band dann richtig los. Gemeinsam bringen die neun Spaßvögel mit ihren Rock ?n? Roll- und Blues-Rhythmen den Pavillon schnell zum Beben, und spätestens nach dem dritten Song steht kein paar Füße auf der Stehfläche mehr still. Auch die Musiker selbst bewegen sich – teils aus Leidenschaft zur Musik, aber größtenteils in purer Selbstironie nicht immer ganz synchron - über die Bühne und schwingen wild mit ihren Instrumenten. Mit ihrem urkomischen Auftritt begeistern sie das Publikum.
„Ich bin zum ersten Mal hier, und ich find‘s super“, erzählt der 31-jährige Christian Büchle aus Stuttgart. „Was ich vor allem gut finde, ist der kleine Rahmen, in dem das Konzert gehalten ist. So verläuft es sich nicht, und die Stimmung bleibt oben.“ Diese gute Stimmung gefällt auch Jochen Graf (64) aus Gäufelden und seiner Begleitung Gisela Schneider (55) aus Böblingen, die beide schon öfters Veranstaltungen der IG Kultur besucht haben. „Die Jungs machen eine klasse Show“, findet Schneider. Besonders begeistert zeigt Graf sich von dem ehrenamtlichen Engagement, das die Veranstaltung erst ermöglicht: „So etwas ohne große finanzielle Mittel auf die Beine zu stellen, ist schon klasse“. Von der neuen Frühjahrsstaffel erhoffen sich die beiden ein weiterhin ansprechendes und ausgeglichenes Programm.
Tatsächlich bietet die IG Kultur in dieser Staffel erneut eine große Vielfalt: Neben Jazz und Blues gibt es Konzerte mit A-Cappella-Gesang, Pop, Funk, Soul, lateinamerikanische und afrikanische Rhythmen sowie eine Lesung mit dem ehemaligen Konzertveranstalter Fritz Rau, der über allerlei Anekdoten zu berichten hat, sowie „Kompetente Komik“ mit Helge und das Udo.
Jörg Hamm verspricht außerdem viel Partymusik in diesem Frühjahr. Ab Herbst soll noch ein stärkerer Fokus auf die Jugend gelegt werden, verrät der stellvertretende Vorsitzende. Nun steht aber erst einmal die Frühjahrsstaffel an, die bis Anfang Juni läuft und deren Programmstart laut Hamm „besser nicht hätte laufen können“.

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