Ein Künstler zum Anfassen

KREISZEITUNG Böblinger Bote

Erschienen am Samstag, 1. April 2017

Anlass: Herbert Joos bei den Jazztagen

Mit dem Auftritt von Herbert Joos und seinem Trio fanden die dritten Sindelfinger Jazztage einen starken Abschluss

Am Mittwoch sind die dritten Sindelfinger Jazztage zu Ende gegangen. Trompeten- und Flügelhornvirtuose Herbert Joos sorgte mit seinem Trio für den gelungenen Schlussakkord im Pavillon.

SINDELFINGEN (red/edi). Die IG Kultur hat es mit den Sindelfinger Jazztagen wieder einmal geschafft, eine ganze Reihe hochkarätiger Musiker in den Pavillon zu holen. Am Samstag begeisterten das Volker-Engelberth-Quintett und der Kontrabassist Dieter Ilg, am Samstag das Schlagzeug-Duo Jörg Fischer und Ingo Deul sowie das Günter-Weiss-Quartett die Gäste (wir berichteten).
Das Abschlusskonzert bestritt am Mittwoch Herbert Joos mit seinen Musikerkollegen Patrick Bebelaar (Piano) und Günter Lenz (Kontrabass). Mit rund 100 Besuchern war die Resonanz zwar nicht so gut wie am Wochenende. „Für einen Mittwochabend war das aber zu erwarten“, meint Antonio Bras von der IG Kultur. Gemeinsam mit seinen Vereinsfreunden und dem Publikum hatte er viel Spaß mit dem – so Bras – „liebenswürdigen und herzensguten“ Trompeten- und Flügelhornspieler, der auf der Bühne nicht nur musikalisch gut ankam. Mit seinen Plaudereien und Späßchen hielt der in diesem Jahr mit dem Landesjazzpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnete Joos die Jazzfans im Pavillon nämlich auch zwischen den Liedern bei bester Laune.
An solchen Abenden kommen nach Ansicht der IG-Kultur-Leute auch die räumlichen Qualitäten des Pavillons zum Tragen: „So nahe an den Musikern ist man selten. Nicht einmal im Bix“, findet Antonio Bras.
Musikalisch war eine qualitativ starke Mischung aus traditionellem und experimentellem Jazz geboten. Dem Trio war dabei jederzeit anzuhören, über wieviel gemeinsame Konzerterfahrung die Musiker verfügen und wieviel geballte Jazzkompetenz auf der Bühne stand. Entsprechend vehement forderten die Gäste Zugaben ein. Zwei davon gab es und am Ende waren nicht nur die Zuhörer, sondern auch die Veranstalter hochzufrieden. „Da baut sich langsam was auf“, findet Antonio Bras, der nach den dritten Jazztagen insgesamt ein sehr positives Fazit zieht. Wie schon in den Vorjahren habe sich auch diesmal die Mischung aus einem herausragenden Highlight (in diesem Fall Herbert Joos) und dazu eher experimentellen Konzert-Events gut bewährt. „Das muss sich jetzt nur noch weiter rumsprechen“, meint Bras, „aber schon jetzt ist die Resonanz im Kreis Böblingen und darüber hinaus in der Region sehr gut.“

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