Der Reiz des Drahtseilakts im Duo

KREISZEITUNG Böblinger Bote

Erschienen am Freitag, 31. Mai 2013

Anlass: Vorbericht Duo Mozaik

Alon Wallach und Marie-Louise Lutz stellen „Mozaik“ im Pavillon vor

Musik im Duo, nach dem Soloauftritt die kleinstmögliche Einheit, ist mitunter ein Drahtseilakt. Doch Alon Wallach und Marie-Louise Lutz haben nicht vor abzustürzen. Am Samstag, 8. Juni, stellen sie im Pavillon ihre CD „Mozaik“ vor. Eine flirrende Einheit aus Jazz und ethnischen Weisen mit Gitarre und Gesang.
Von Siegfried Dannecker
Herr Wallach, mit Asamblea Mediterranea waren Sie schon mehrfach im Sindelfinger Pavillon – jetzt mit Marie-Louise Lutz im Duo zur Erstpräsentation Ihrer neuen gemeinsamen CD. Die Veranstaltungsstätte scheint Ihnen zu gefallen.
Alon Wallach: Unbedingt. Der Pavillon ist eine tolle Location. Das gilt für das ganze Ambiente. Das Publikum dort ist sehr offen. Und die Beleuchtung und der Sound sind super, das ist für einen Musiker ganz wichtig. Da fühlst du dich wie ein echter Gast. Die Leute dort – ich nenne mal stellvertretend Ingo Liedtke und Albrecht Barth – machen das mit ebenso viel Herzblut wie Professionalität. Nee, echt: Auf die Jungs kann man sich verlassen. Auch die Werbung, die sie machen, ist gut.

Apropos. Ihr wollt ja für Eure neue CD „Mozaik“ werben – da ist der Name Programm, oder? Jazz meets Klezmer, Chansonhaftes trifft Erik Satie – komprimiert und kammermusikalisch konzentriert. Die Scheibe hört sich klasse an, musikalisch wie klanglich.
Wallach: Danke, das freut uns sehr. Es ist natürlich auch das Ergebnis von vielen und intensiven Proben. Im Duo spielen ist ja von besonderem Reiz. Man kann sich nicht in der Menge von Musikern verstecken.
Marie-Louise Lutz: Wir haben viel zusammen geübt und festgestellt, dass wir in unserem künstlerisch-musikalischen Empfinden eine hohe Übereinstimmung haben. Das passt. Geben und Nehmen kommen da sehr schön zusammen. Als ich zuletzt sechs Monate lang auf einer Südamerika-Reise war, fiel mir eine schöne Melodie ein – ohne Text. Alon hat dazu ein wundervolles Zwischenspiel gezaubert. Der kann so was!

Was macht eine Stuttgarter Sängerin in Lateinamerika? Auftreten?
Lutz: (Lacht) Das tatsächlich auch. Nein, ich war Teil eines Freiwilligen-Projekts und habe mit Tieren gearbeitet. Wir haben Affen, Tapire, Stachelschweine und Faultiere gepflegt und ausgewildert und mitten im Amazonasgebiet gelebt – ohne Elektrizität und so. Danach bin ich nach Peru gereist, nach Guatemala, hab Spanisch gelernt und im Krankenhaus gejobbt und Konzerte gegeben, bevor es zuletzt nach Mexiko ging.

Oha. Wird sich das bei Eurem Konzert im Pavillon irgendwie niederschlagen?
Lutz: Einfach überraschen lassen. . .

Nochmal zurück zum Klang der CD. Die hört sich nachgerade audiophil an.
Wallach: Danke, das ist ein schönes Kompliment. Wir geben es gerne weiter an Gerd Waiblinger vom Neckarsound-Studio in Tübingen im Gebäude vom Sudhaus. Gerd Waiblinger ist seit 30 Jahren im Geschäft und versteht es exzellent, natürliche Sounds zu produzieren.

Aber auch Eure Homepage www.duomozaik.com mit den Hörbeispielen und die Fotos darauf wirken wie aus einem Guss.
Wallach: Schön zu hören. Dabei haben uns ja Freunde und Bekannte sehr geholfen. Thomas Scheer, ein Gitarren-Kursteilnehmer, hat das Grafikdesign der Homepage gemacht, Ida Van der Velte, eine Stuttgarter Fotografin, die Bilder – bei ihr im Keller.

Die CD-Präsentation ist am 8. Juni um 20.30 Uhr. Kartenreservierungen per E-Mail unter tickets@igkultur.de. Vorverkauf unter anderem beim KRZ-Kartenservice in Böblingen, Telefon (0 70 31) 62 00 29, und im Stern-Center Sindelfingen, Telefon (0 70 31) 87 92 94.

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