A-cappella-Formation „Füenf“ im Kulturpavillon

SZ / BZ

Erschienen am Samstag, 12. Oktober 2013

Anlass: Die Fünf

Kein Sitzplatz mehr zu haben: Kurz vor dem Auftritt der Kult-Formation „Füenf“ wird es hektisch bei den Mitgliedern der IG Kultur. Zuschauer mit bezahlten Tickets stehen ratlos herum: „Wir müssen aber nicht stehen, oder?“, werden die Vereinsvorsitzenden Ingo Liedtke und Jörg Hamm von allen Seiten bedrängt. Nein, stehen muss niemand, denn rasch sind weitere Sitzgelegenheiten herbei geschafft.

Und die Hektik ist schnell vergessen, als die fünf Jungs von „Füenf“ auf die Bühne treten und mit der Vorab-Premiere ihres neuen Programms „Bock drauf“ loslegen. Nach wenigen Minuten herrscht eine Riesenstimmung im Pavillon: Ein toller Abend, der Comedy und A-cappella-Gesang zu einem rundum spaßigen Paket verschnürt, nimmt seinen Lauf.

Rap, Schlager, Pop, Rock: Auch in ihrem aktuellen Programm ziehen „Füenf“ wieder alle Register, um den inhaltlichen Witz ihrer Texte und die dazu gereichte Musik eng miteinander zu verweben. Auch ein paar orientalische Klänge finden sich. Nichts kommt beliebig daher, jede Pointe passt zum Klang: Dass hier Musiker am Start sind, die auf die stimmige Konstruktion ihrer Humorkunst größte Sorgfalt verwenden, spricht sowohl aus jedem einzelnen Stück als auch aus der Gesamtkomposition von „Bock drauf“.

Politische Themen, etwa Ausländerfeindlichkeit, finden subtilen Eingang in „Bock drauf“. Aufgesetzt wirkt das nicht, sondern stimmig, fast beiläufig, in die Comedy-Stoßrichtung der Texte eingefügt. Überhaupt spielen die Texte von „Füenf“ auf einem Niveau, von dem sich so mancher rein mit Sprache agierende Comedy-Kollege eine Scheibe abschneiden könnte: Viele dieser Wort-Drechseleien würden auch ohne Musik Spaß machen.

10.10.2013 - Von SZ/BZ Mitarbeiter Matthias Staber

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